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Das Eisbergmodell als Geheimnis erfolgreicher Kommunikation 

Das Eisbergmodell - Der Schlüssel zum Erfolg


Das Eisbergmodell drückt das Verhältnis zwischen Sachebene und Beziehungsebene in der Kommunikation zwischen Menschen aus.

Genau wie bei einem Eisberg, bei dem das Wesentliche im Verborgenen stattfindet, besteht die Kommunikation zwischen Menschen aus mehr als nur aus Worten.

Der Großteil drückt sich über das Verhalten gegenüber den Mitmenschen aus. Was das Eisbergmodell ist und wie es richtig interpretiert werden kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Eisbergmodell - Definition


Das Eisbergmodell ist ein Kommunikationsmodell, das vor allem in der Psychologie und Pädagogik Anwendung findet und zwischenmenschliche Beziehungen ausdrücken soll.

Gemäß dem Eisbergmodell besteht nur ein kleiner Teil, - nämlich gerade einmal 20 % - aus bewussten, rationalen und sichtbaren Informationen.

Der weitaus größere Teil der zwischenmenschlichen Beziehung verbirgt sich wie bei einem Eisberg unter der Wasseroberfläche.

Diese zwei Ebenen lassen sich in eine sichtbare (Sachebene) und eine unsichtbare Ebene (Beziehungsebene) unterteilen.

Eisbergmodell_Sachebene_Beziehungsebene

Die Sachebene

Die Sachebene spielt sich oberhalb der Oberfläche ab und bezieht sich auf die 20 % der bewussten und sichtbaren Kommunikation. Diese kommt durch Zahlen, Fakten und eindeutige Aussagen über die Sprache zum Ausdruck.


Die Beziehungsebene

Die Beziehungsebene wird einerseits durch die vorbewusste Ebene wie Triebe, Instinkte und Traumata und andererseits durch die unbewusste Ebene widergespiegelt.

So spielt das Gesagte nur eine untergeordnete Rolle, weil Mimik, Gestik und Tonfall die ausschlaggebenden Faktoren sind, um eine Aussage bewerten zu können.

Durch diese Verhaltensweisen werden Emotionen oder Stimmungen oder gar Motive an das Gegenüber transportiert.

Weitere Faktoren, die die Beziehungsebene stark beeinflussen sind Erfahrungen, Persönlichkeit, Bedürfnisse, Werte.

Die Beziehungsebene bezieht sich auf die 80% der unbewussten und unsichtbaren Kommunikation.


Das Eisbergmodell in der Kommunikation


Möchten die Menschen Missverständnisse vermeiden, ist es wichtig, sich nicht nur auf die Sachebene der Zahlen, Daten, Fakten zu konzentrieren, sondern vor allem die unsichtbare und nonverbale Kommunikation der Beziehungsebene in die Bewertung mit einzubeziehen.

Eisbergmodell_Sachebene_Beziehungsebene_details


Beispiele aus dem Alltag

"Natürlich, mach ich gerne für dich."

Dieser Satz kann sehr zuvorkommend und als überaus freundlich interpretiert werden.

Das Gegenüber bietet gerne seine Unterstützung an. Werden hier Gestik, Mimik und Tonfall mit einbezogen, kann unterschwellig auch die Aussage dahinterstecken:

"Ich habe ja sonst nichts anderes zu tun. Natürlich bin ich wieder so blöd und übernehme diese Aufgabe."

"Danke, dass du das für mich getan hast."

Auch hier spielt das Verhalten des Gegenübers eine wesentliche Rolle. Stimmen Mimik, Gestik und Tonfall mit dem Gesagten überein, wird es eine normale Bedankung darstellen.

Stimmen diese Bereiche nicht überein, kann unterschwellig damit auch die Aussage zum Ausdruck kommen:

"Du hättest ruhig noch mehr für mich tun können," oder etwa: "Habe ich von dir Hilfe erwartet? Misch dich nicht immer in mein Leben ein."


Smart mit Konflikten umgehen

Konflikte und Missverständnisse können für alle Beteiligten sehr belastend und nervenraubend sein und sind leider unvermeidbar.

Durch das Eisbergmodell ist es möglich, Konflikte zu erkennen und Missverständnisse zu vermeiden.

Konflikte können auf beiden Ebenen auftreten, sowohl auf der Sach- als auch auf der Beziehungsebene.

Um Konflikte erfolgreich lösen zu können, ist es wichtig zu wissen, auf welcher Ebene ein Konflikt vorliegt.

Eisbergmodell Konflikte vermeiden

Konflikte auf der Sachebene lösen

Damit Konflikte auf der Sachebene gelöst werden können, sollten Sie Ihrem Gegenüber immer aufmerksam zuhören.

Am besten sollte hinterfragt werden, wenn Interpretationsspielraum besteht.

Der Sprecher auf der anderen Seite sollte seine Informationen so klar und präzise wie nur möglich rüberbringen.

Holen Sie sich eine Rückmeldung ein und fragen Sie nach, ob alles richtig verstanden worden ist.

Sollten von anderen Unklarheiten geäußert werden, müssen Sie darauf unbedingt eingehen und diese gleich im Vorfeld aus dem Weg räumen.


Konflikte auf der Beziehungsebene lösen

So einfach wie auf der Sachebene lassen sich Konflikte auf der Beziehungsebene nicht lösen.

Hier spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, wie zum Beispiel die Erwartungshaltung der Gesprächsteilnehmer, Erfahrungen, Werte und Emotionen.

Um dennoch Konflikte auf der Beziehungsebene erfolgreich lösen zu können, sind folgende Vorgehensweisen sehr hilfreich:


Gefühle respektieren und bestätigen

Sobald starke Emotionen im Spiel sind, weicht rationales Denken. Deswegen ist bei emotional geladenen Situationen der erste Schritt, dass beide Gesprächspartner ihre Emotionen so schnell wie möglich unter Kontrolle bekommen. 

Dies ist dadurch möglich, wenn ein Gesprächspartner bereit ist, sich auf den anderen einzulassen, ihm zuzuhören, seine Emotionen zu respektieren und als Letztes zu bestätigen, dass diese Emotionen in dem Moment OK sind.

Sobald man merkt, dass der Gesprächspartner die vorhandenen Emotionen bestätigt, hört man in den meisten Fällen auf, sich zu verteidigen und weiter emotional zu kämpfen. Dies ist eine sehr wichtige Grundlage für weitere Diskussionen.


Fokussierung auf das gemeinsame höhere Ziel

In der Unternehmenswelt ist ein gutes Beispiel dafür, wenn Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen oder auch aus der gleichen Abteilung bei einer gemeinsamen Aufgabe nicht zu einer Einigung kommen können, weil jeder denkt, er ist im Recht.

In diesem Fall besteht die Fokussierung auf das gemeinsame höhere Ziel darin, wenn die Mitarbeiter darüber nachdenken, welcher Lösungsvorschlag für das Unternehmen als Ganzes am besten ist. Aus solchen Überlegungen ergeben sich oft Synergien aus den Vorschlägen beider Mitarbeiter mit einem noch besseren Lösungsvorschlag.


Fokussierung auf den gemeinsamen Nenner

Oft entwickeln sich hartnäckige Konflikte auf der Beziehungsebene dadurch, dass jeder der Gesprächspartner versucht, den anderen von seiner Idee oder seinem Vorschlag zu überzeugen.

Bevor dies allerdings erfolgt, ist es sehr wichtig, dass beide Gesprächspartner bemüht sind, eine gemeinsame Basis für die Diskussion zu finden, wo sich beide Gesprächspartner einig sind. Erst danach sollen weitere Fakten und Informationen diskutiert werden.

Ein Beispiel aus der Kindererziehung: Die Eltern streiten sich darüber, ob digitale Medien für die Vorbereitung eines Vorschulkindes auf die Schule genutzt werden sollen.

In diesem Fall sollten sich die Eltern erstmal darüber einig sein, warum es wichtig ist, dass ihr Kind auf die Schule vorbereitet werden soll und welche Inhalte gelernt werden sollen.

Erst danach sollte weiter diskutiert werden, welche Vor- und Nachteile digitale Medien auf die Entwicklung eines Vorschulkindes haben. Bei solchen Diskussionen entstehen oft weitere Optionen, welche  beide Elternteile zu einer Win-Win-Lösung führen.


Das Eisbergmodell im Projektmanagement


Im Projektmanagement können Konflikte auftreten, die sich auf die Priorisierung der Aufgaben konzentrieren, das fachliche Vorgehen beinhalten oder sich auf der zwischenmenschlichen Ebene abspielen.

Gelingt es den Beteiligten solche Konflikte zu lösen oder im Vorfeld alles zu versuchen, um solche Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen, wird sich der Erfolg des Projektes auch einstellen.

Denn nichts steht einem erfolgreichen Projektabschluss so sehr im Weg wie Konflikte, die gelöst werden müssen.


Der Projektmanager ist gefragt

Insbesondere Projektmanager sind hier gefragt, die sich einerseits mit dem Eisbergmodell und den verschiedenen Ebenen auseinandersetzen sollten, andererseits sind natürlich Soft Skills eine grundlegende Voraussetzung, um auf die Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder einzugehen und sie optimal und agil führen zu können.  

Jeder Projektmanager soll sich dessen bewusst sein, dass 90% des Erfolgs in jedem Projekt die Kommunikation ausmacht.

Hier ist besonders die Beziehungsebene von elementarer Bedeutung, weil sich diese unterbewusst abspielt und durch falsche Erwartungen und Missverständnisse Konflikte entstehen können.

Durch eine klärende Kommunikation können diese Aspekte aufgegriffen und Konflikte gelöst werden.


Teamentwicklungsphasen

In jedem Projekt durchläuft ein Projektteam ohne Ausnahmen fünf Entwicklungsphasen:

  1. 1
    Die Orientierungsphase (Forming)
  2. 2
    Die Konfliktphase (Storming)
  3. 3
    Die Organisationsphase (Norming)
  4. 4
    Die Leistungsphase (Performing)
  5. 5
    Die Auflösungsphase (Adjourning)
Eisbergmodell_Teamphasen

Um durch alle Entwicklungsphasen eines Projektteams erfolgreich laufen zu können, ist es für jeden Projektleiter von großer Wichtigkeit, das Eisbergmodell zu kennen und möglichst früh in seiner Projektleitertätigkeit anzuwenden.

Dabei sind die ersten zwei Phasen die Orientierungsphase und die Konfliktphase besonders wichtig, um aufkommende Konfliktsituationen (speziell auf der Beziehungsebene) möglichst schnell klären zu können. 

Um aus einem Projektteam ein High Performance Projektteam zu machen, ist es wichtig, Phasen 3 und 4 die Organisationsphase und die Leistungsphase erfolgreich zu meistern, welche ebenso hauptsächlich auf der Beziehungsebene zu managen sind.


Stakeholdermanagement

Im Stakeholdermanagement ist das Eisbergmodell ebenfalls gut umzusetzen, weil dieses darauf ausgerichtet ist, schon im Vorfeld negative Entwicklungen für das Projekt durch aktives Stakeholdermanagement abzuwenden.

Im Stakeholdermanagement ist davon auszugehen, dass die eigentlichen Risiken sich nicht auf inhaltlicher Ebene abspielen, sondern von der Wirkung der beteiligten und betroffenen Personen.

Durch eine angemessene Stakeholderanalyse am Anfang und kontinuierliches Stakeholdermanagement im Laufe eines Projektes ist es möglich, positive Entwicklungen in einem Projekt zu fördern und negative Konsequenzen zu minimieren.


Praxistipps

  • Die Erkenntnisse des Eisberg-Modells und die korrekte Anwendung der Sach- und Beziehungsebene ist der Schlüssel zum Erfolg für das Gelingen einer fruchtbaren und harmonischen Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Je mehr sich die Kommunikationspartner damit auseinandersetzen und die Sinne schärfen, desto weniger Konflikte können entstehen.
  • Beim Eisberg-Modell ist es wichtig, dass die Beteiligten nicht nur auf das schauen, was an der Oberfläche zum Vorschein kommt, sondern sie müssen ihren Blick ausweiten und jenseits des Sichtbaren Erkenntnisse erwerben.
  • Selbstverständlich kann nicht jeder Konflikt vermieden werden, aber je mehr sich die Beteiligten mit der Funktions- und Wirkungsweise von dem Eisbergmodell auseinandersetzen, desto eher lassen sich Missverständnisse aus dem Weg räumen.
  • Vor allem eine gesunde Feedbackkultur, indem man sich gegenseitig regelmäßig und ohne Vorurteile Feedback gibt, ist ein erprobtes Mittel, um erstens Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und zweitens deutliche Verbesserungen in der Kommunikation zu erzielen.
  • Bei Konfliktgesprächen ist es wichtig, Gefühle des Gegenübers zu respektieren und zu bestätigen. Darüber hinaus ist der Fokus auf das gemeinsame höhere Ziel und auf den gemeinsamen Nenner entscheidend, um Win-Win-Lösungen zu finden.

Über den Autor

Dieter Zibert

Dieter Zibert ist Projektmanagement Consultant mit langjähriger Erfahrung im Projektportfolio-Management, Aufbau von professionellen PMOs, Business Transformation, Change Management, hybriden Projektmanagement durch Anwendung von klassischem, agilem und Critical Chain Projektmanagement und in der Anwendung von TOC Prinzipien, um signifikante Verbesserungen für die Kunden zu erzielen.

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