Nutzwertanalyse – Priorisieren mit Erfolg

Nutzwertanalyse

Viele Unternehmen, aber auch private Personen führen die Nutzwertanalyse durch, wenn es um wichtige Entscheidungen geht.

Mit der Nutzwertanalyse berechnen Unternehmen und Privatpersonen Handlungsoptionen und wie das beste Ergebnis erreicht werden kann.

Was ist die Nutzwertanalyse?

Bei komplexen Entscheidungssituationen kommt häufig die Nutzwertanalyse zum Einsatz.

Hierbei handelt es sich um ein Bewertungs- und Analyseverfahren, dass nicht nur bei wirtschaftlichen, sondern auch bei privaten und technischen Entscheidungen herangezogen wird.

Damit das beste und ganzheitlichste Ergebnis erzielt werden kann, stellt die Nutzwertanalyse eine hilfreiche Methode dar.

Mit gewichteten Bewertungskriterien können Vergleiche zwischen unterschiedlichen Handlungsoptionen gezogen werden.

Kriterium 1

Kriterium

Kriterium 3

Kriterium 4

Summe

Priorität

Gewichtung

25%

25%

25%

25%

Projekt 1

1-100 Punkte

1-100 Punkte

1-100 Punkte

1-100 Punkte

Summe

1-3

Projekt 2

1-100 Punkte

1-100 Punkte

1-100 Punkte

1-100 Punkte

Summe

1-3

Projekt 3

1-100 Punkte

1-100 Punkte

1-100 Punkte

1-100 Punkte

Summe

1-3

Sie müssen wichtige Entscheidungen bei einem Projekt oder in Ihrem Privatleben treffen? Dann kann die Nutzwertanalyse eine gute Möglichkeit zur Entscheidungsfindung darstellen.

Wie die Nutzwertanalyse Definition bereits vermuten lässt, können Sie mit dieser Methode unterschiedliche Alternativen ausloten und miteinander vergleichen.

Im Leben ist es nun mal unerlässlich, dass Sie rasch die richtige Entscheidung treffen sollten. Zwar könnten Sie auch eine Pro- und Kontraliste erstellen.

Diese kann aber rasch unübersichtlich werden, und stellt vor allem für größere Projekte und wichtige Entscheidung nicht das passende Tool dar.

Die Nutzwertanalyse Definition legt bereits nahe, dass es um Sammeln und Analysieren von unterschiedlichen Aspekten geht. Auf diese Art und Weise werden Sie nicht den Überblick verlieren.

Nutzwertanalyse – Schritt für Schritt Anleitung

Damit Sie die Optionen der Nutzwertanalyse gegeneinander abwiegen können, sollten Sie das richtige Vorgehen im Blick haben und dieses üben.

Nur, wenn alle 5 Handlungsschritte richtig durchgeführt werden, können Sie den größten Nutzen aus diesem Verfahren ziehen.

Grundsätzlich gehen Sie stets nach dem gleichen Schema vor, so dass dieses Verfahren mit der Zeit einfach von der Hand geht.

Nutzwertanalyse

1.IST-Analyse und Festlegung der Optionen

Legen Sie in einem ersten Schritt die Ausgangslage und die Entscheidungssituation fest. Im Rahmen der Analyse der Problemsituation oder der IST-Analyse kann unter anderem das Ishikawa Diagramm eingesetzt werden.

Sie sollten festhalten, für welchen Bereich Ihre Entscheidung getroffen wird.

Finden Sie hierfür mindestens zwei aber maximal fünf Handlungsoptionen.

Bitte achten Sie darauf, dass diese Handlungsoptionen gut formuliert werden. So können Differenzen bei der weiteren Bearbeitung prägnant werden.

2.Kriterien für die Bewertung festlegen

In einem nächsten Schritt stellen Sie die Kriterien für die Bewertung zusammen und legen diese fest.

Auch diese müssen Sie für die Nutzwertanalyse genau beschreiben und definieren.

Mit Hilfe dieser Nutzwertanalyse Kriterien können Sie im Laufe der Analyse die Bewertungen für die Handlungsoptionen ermitteln und durchführen.

Sie können auch prüfen, inwiefern die Handlungsoptionen die von Ihnen angeführten Kriterien erfüllen.

3. Die Gewichtung der Kriterien festlegen

Mit dem Gewichten der Kriterien schreiten Sie bei der Nutzwertanalyse weiter.

Die Bewertungskriterien weisen unterschiedliche Wichtigkeit auf.

Gewichten Sie dafür die von Ihnen gewählten Kriterien mit Stakeholdern.

So können Sie die unterschiedliche Gewichtung festlegen und deutlich machen. Für die Gewichtung der Kriterien können Sie unterschiedliche Methoden heranziehen.

Gehen Sie davon aus, dass die unterschiedlichen Stakeholder das gleiche Stimmrecht mit sich bringen. Sie können aber auch eine Gewichtung der Stimmfolge festlegen.

Die prozessuale Verteilung eignet sich hierfür am besten. Die Summe aller Einzelkriterien muss allerdings 100 Prozent ergeben.

4.Bewertungsmaßstab festlegen

Nun legen Sie einen Bewertungsmaßstab fest. Immerhin müssen die Kriterien so gestaltet werden, dass diese nicht nur messbar, sondern auch vergleichbar werden.

Führen Sie aus, in welchem Umfang das Kriterium die zu bewertende Handlungsoption erfüllen kann.

Nehmen Sie für diesen Schritt einen Bewertungsmaßstab zur Hand. In der Regel eignet sich das Skalensystem von 1 bis 10.

Erfüllt ein Kriterium den Umfang zur Gänze vergeben Sie eine 10.

Definieren Sie hierfür die Kriterien genauer, um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Zudem lässt sich nachvollziehen, weswegen das Kriterium die Anforderungen erfüllt.

Pro Kriterium vergeben Sie eine Bewertung nach Ihrer gewählten Skala. Nun multiplizieren Sie die einzelnen Bewertungen mit dem Gewichtungsfaktor des jeweiligen Kriteriums. So erhalten Sie die finale Bewertung.

5.Die Nutzwertanalyse auswerten

In einem letzten Schritt geht es um die Auswertung der Berechnungen. Die Bewertungen werden nun aufsummiert. Jene Handlungsoption, die die höchste Punktezahl mit sich bringt, erfüllt die von Ihnen vorgegebenen Kriterien am besten.

Dadurch wird der größte Gesamtnutzen augenscheinlich.

Prüfen Sie zudem kritisch für welche Handlungsoption Sie sich schlussendlich entscheiden werden.

Beim Reflektieren lassen sich schnell die Vor- und Nachteile von Handlungsoptionen aufzeigen. So haben Sie auch im Nachhinein noch die Möglichkeit, dass Sie die Handlungsoptionen adaptieren und ergänzen können.

Nutzwertanalyse Beispiel

Nachfolgend wird ein Nutzwertanalyse Beispiel vorgeführt. Mit diesem Nutzwertanalyse Beispiel soll die Einfachheit dieses Verfahrens in der Praxis offensichtlich werden.

Das Nutzwertanalyse Beispiel bezieht sich auf die Priorisierung von Projekten. Wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, werden Sie mit Sicherheit schon mit solchen Entscheidungsfindungen konfrontiert gewesen sein.

In erster Linie geht es darum, ob unterschiedliche Projekte in das Unternehmen passen werden, oder nicht.Für Entscheidungen in einem Unternehmen müssen Sie in erster Linie die Ausgangslage festlegen.

Zudem sollte schon im Vorfeld klar sein, wo die Reise hingehen wird, und welche Handlungsoptionen zur Verfügung stehen.

Das bringt mit sich, dass im Unternehmen ständig analysiert und validiert werden muss.

Nur so können Sie stets auf dem neuesten Stand sein, und sich mit neuen Projekten gegen die Konkurrenz durchsetzen.

In einem weiteren Schritt geht es darum, dass Sie Kriterien festlegen.

Hierzu können Sie zum Beispiel folgende Kriterien nutzen:

  •  Strategische Kriterien
  • Auswirkung auf Geschäftsprozesse
  • Monetärer Nutzen
  • Risiken

Strategische Kriterien

Geschäftsprozesse

Monetärer Nutzen

Risiken

Unterstützt strategische GeschäftszieleEntlastung von Ressourcen (Engpass, Qualität, Zeit, Kosten)KostensenkungTechnische Risiken
Strategischer WettbewerbsvorteilProzessverbesserungSynergieeffekteStrategische Risiken
AlleinstellungsmerkmalProzessautomatisierungPotentielles GeschäftOrganisatorische Risiken
Neue GeschäftsfelderGesetzliche Vorgaben

Sobald Sie die Kriterien festgelegt haben, können Sie mit der Priorisierung des Projektes loslegen. Sie vergeben jedem Kriterium je nach Gewichtung unterschiedliche Punkte.

Das bedeutet, dass nach der Nutzwertanalyse jedes Kriterium sowohl Punkte für Risiken wie auch für Chancen aufweisen sollte.

Allerdings können Sie sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, wenn es ein Kriterium anhand der Punkte auf die Priorität Eins geschafft hat.

Hier muss mit etwas Mathematik nachgeholfen werden.

Für die mathematische Berechnung gehen Sie folgendermaßen vor:

Legen Sie eine Liste fest.

Vergeben Sie für die gewählten Kriterien je nach Gewichtung Prozentsätze.

Nun vergeben Sie auch ein Scoring-Modell. Hierfür vergeben Sie Noten von eins bis zehn.

Sie sollten sich genau überlegen, wie viele Punkte Sie für unterschiedliche Kriterien vergeben wollen. Hier sollten vor allem objektive Betrachtungsweisen hinzugezogen werden.

Immerhin geht es um den größten Nutzen für das Unternehmen. Nun können Sie die Gewichtung mit der einfachen Formel berechnen: Noten x Gewichtung / 100.

Strategische Kriterien

Monetärer Nutzen

Risiken

Summe

Priorität

Gewichtung33%33%33%
Projekt 170609072,62
Projekt 290768081,21
Projekt 338678562,73

Die entstandene Projektliste zeigt Priorisierungen auf. Diese können Sie dabei unterstützen wichtige Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen.

Mit Hilfe der priorisierten Projektliste können Sie entscheiden, welche Projekte am besten zur Strategie des Unternehmens passen.

Zusätzlich lässt sich eruieren, welche Projekte den höchsten Mehrwert für das Unternehmen mit sich bringen.

Ebenso lässt sich aufzeigen, welche Projekte nicht zum Unternehmen passen, und gestoppt werden sollten.

Außerdem können Sie aufzeigen, welchen Projekten Ressourcen zugesprochen werden sollten.Sie können die Nutzwertanalyse nicht nur für Entscheidungen im Unternehmen oder für Projekte zum Einsatz bringen.

Auch bei alltäglichen Entscheidungen kann dieses Verfahren einen Nutzen mit sich bringen:

  • Loten Sie Weiterbildungsmöglichkeiten aus, und inwiefern Ihnen diese Vorteile für die berufliche Karriere bringen können.
  • Prüfen Sie mit den Nutzwertanalysen, ob sich der Wechsel des Arbeitsplatzes lohnen wird.
  • Prüfen Sie, wie Sie die Balance zwischen dem Beruf und der Familie am besten umsetzen und halten können.
  • Auch bei Kosten und Ausgaben kann die Nutzwertanalyse eine Hilfestellung mit sich bringen.

Vorteile und Herausforderungen der Nutzwertanalyse

Die Nutzwertanalyse hat nicht nur Vorteile, sondern auch Herausforderungen, die im Rahmen der Betrachtung zu berücksichtigen sind

Nutzwertanalyse Pros & Cons

Vorteile

Die Nutzwertanalyse stellt ein adäquates und leicht durchführbares Verfahren dar, wenn es um Entscheidungshilfen geht.

Sie können mit etwas Aufwand entscheidungsrelevante Informationen und Einsichten durch Nutzwertanalyse Kriterien finden.

Im Gegensatz zu anderen Kosten-Nutzen-Rechnungen ermöglichen die Nutzwertanalysen, dass auch andere Einflussgrößen, die nicht monetär sind, ihre Berücksichtigung finden.

Zudem lassen sich beim Nutzwertanalyse Durchführen nicht nur die individuellen Bewertungen von Ihnen, sondern auch jene der anderen Teilnehmer auf einfache Art und Weise transparent darstellen.

Die Nachvollziehbarkeit beim Nutzwertanalyse Durchführen ist gegeben. Diese spiegelt sich in einer systematischen Vorgehensweise wider.

Der große Vorteil der Nutzwertanalysen besteht vor allem darin, dass Sie spezielle und unterschiedliche Erfordernisse adaptieren können. Dadurch ergibt sich beim Nutzwertanalyse Berechnen eine hohe Flexibilität.

Als weiterer Vorteil kann die direkte Vergleichbarkeit beim Nutzwertanalyse Berechnen genannt werden.

Einzelne Alternativen lassen sich auf einfache Art und Weise miteinander vergleichen. Die leichte Übersicht der Ergebnisse ist gegeben.

Allerdings kann die Nutzwertanalyse lediglich eine Entscheidungshilfe für Sie darstellen.

Diese kann nicht die letztgültige Entscheidung für oder gegen eine Handlung sein. Diese letztgültige Entscheidung obliegt nur Ihnen selbst.

Herausforderungen

Auch, wenn Netzwerkanalysen zahlreiche Vorteile mit sich bringen, sind an dieser Stelle auch einige Nachteile zu nennen.

Dieses Verfahren bleibt trotz allem größtenteils subjektiv.

Die Gewichtung, die Vergabe von Punkten und die Noten vergeben Sie aus Ihren subjektiven Blickwinkeln.

Werden zu viele Nutzwertanalyse Kriterien hinzugezogen, kann dieses Verfahren rasch unübersichtlich und überladen werden.

Für die Basis der Nutzwertanalyse Kriterien müssen Sie Entscheidungen treffen, die in erster Linie subjektiv erfolgen. Dadurch wird auch die Ergebnisfindung nie frei von Ihren subjektiven Einflüssen sein.

Praxistipps:

  • Verwenden Sie die Nutzwertanalyse in erster Linie, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Immerhin ist dieses Verfahren zeitaufwendig.
  • Damit die Nutzwertanalyse ihren Zweck erfüllt, sollten die Kriterien objektiv gewählt werden.
  •  Versuchen Sie zudem, dass Sie sich auf drei bis fünf Alternativen beschränken.
  • Die Nutzwertanalyse soll eine Hilfestellung für Entscheidungen sein. Sobald Sie ein Ergebnis haben, können Sie  einen Plan für die Umsetzung erstellen und diesen Plan in die Tat umsetzen.
  • Durch die Kombination der Netzwertanalyse und des Pareto-Prinzips erzielen Sie maximales Nutzen

Über den Autor

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Dieter Zibert

Dieter Zibert ist Projektmanagement Consultant mit langjähriger Erfahrung im Projektportfolio-Management, Aufbau von professionellen PMOs, Business Transformation, Change Management, hybriden Projektmanagement durch Anwendung von klassischem, agilem und Critical Chain Projektmanagement und in der Anwendung von TOC Prinzipien, um signifikante Verbesserungen für die Kunden zu erzielen.

dzibert@greenprojectsconsulting.com

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